Bevor ich dir erzähle, wie Katzenmuddi entstanden ist, fange ich beim Wichtigsten an. Dem Fundament. Bei den Katzen.
2020, Corona und ganz viel Arbeit
Angefangen hat alles, als die Welt gerade komplett durchzudrehen drohte. Wir hatten 2020, Corona war in Deutschland angekommen, und mein Alltag bestand aus genau einer Sache: Arbeit.
Kurz zu mir: Ich bin Saskia, und gemeinsam mit Sebastian bin ich seit Jahren selbstständig. Ich habe Marketing studiert, Sebastian war schon viele Jahre vor mir auf eigene Faust unterwegs, und dass wir nach meinem Studium zusammenarbeiten würden, war eigentlich von Anfang an klar.
Damals drehte sich bei uns alles um zwei Marken für Männer: einmal das Bartwuchsmittel Joe's Finest und einmal eine Nischenmarke aus dem Fitnessbereich. Beides, na ja, so was von nicht meine Welt.
Frisch waren wir damals von unserem eigenen Büro in ein Shared Office nach Bad Kreuznach gezogen. Vorher saßen wir immer nur zu zweit vor uns hin, und genau das wollten wir ändern. Ein bisschen Trubel, ein bisschen Input von anderen Selbstständigen.
Wie sich kurz darauf herausstellte, hätte das Timing kaum besser sein können, denn dann kam Corona, privat wurde es ziemlich still, und man war jedes Mal froh, im Büro überhaupt noch ein paar andere Menschen zu sehen. Oft waren wir auch im Homeoffice. Und weil außer Arbeit gerade ziemlich wenig ging, kam Sebastian irgendwann mit einer Idee um die Ecke: Wir könnten uns doch ein Tier holen.
Sebastians Idee: ein Haustier muss her
Ein Hund kam erstmal nicht infrage, dafür hätten wir viel zu wenig Zeit gehabt, auch wenn ich Hunde wirklich gern mag. Also schlug Sebastian eine Katze vor. Er ist selbst mit Katzen aufgewachsen und war überzeugt, dass uns ein bisschen Familiengefühl gut tun würde.
Und da war ich raus. Dachte ich zumindest. Denn ehrlich gesagt hatte ich überhaupt kein gutes Bild von Katzen. Arrogant und eigensinnig, so hätte ich sie damals beschrieben.
Dass meine Mutter Katzen nicht ausstehen konnte, hat da bestimmt mitgespielt. Und die Katzenhaarallergie, die ich obendrauf hatte, machte die Sache jetzt auch nicht besser.
Gegen ein Haustier an sich hatte ich aber nichts. Also ließ ich mich breitschlagen. Allerdings mit Ansage: Du machst das Katzenklo sauber. Und wenn sie mich nicht mag und wir nicht klarkommen, zieht sie zu deiner Mutter. Deal.
Die Suche nach der einen Katze
Wir klickten uns erst durch ein paar Vermittlungsplattformen, aber schnell war klar: Wenn eine Katze, dann keine Rassekatze und kein Kitten. Sie durfte gern schon ein bisschen älter sein und am liebsten aus dem Tierschutz kommen. Mein einziger Anspruch: Sie muss gerne schmusen.
Wir schrieben sogar zwei Leute an, die ein neues Zuhause für ihre Katze suchten. Einer davon war Milkyway, ein grauer British Kurzhaar Kater. Süß, keine Frage, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Also schalteten wir selbst eine Anzeige: Suche verschmuste, liebe Katze.
„Hallo, ich bin Misho"
Ich glaube, schon am nächsten Tag war eine Nachricht im Postfach:
„Hallo, ich bin Misho, ein tauber Kater, 7 Jahre, aus Bulgarien, und ich bin sehr anhänglich und verschmust."
Mehr brauchte ich nicht. Ich wusste sofort: Wir können aufhören zu suchen, das ist er. Und als ich dann die Bilder sah, war es endgültig um mich geschehen. Schwarz weiß, rosa Öhrchen, ein schwarzer Schwanz mit weißer Spitze und so ein zarter, sanfter Blick.
Geschrieben hatte uns Mara, die Misho in Pflege hatte. Sie steckt selbst tief im Tierschutz, beim Verein Fellnasenglück Grenzenlos e.V., und ist durch und durch tierverrückt, Hunde wie Katzen.
Misho hatte sie wenige Wochen zuvor aus Bulgarien geholt, weil seine Mama dort gestorben war. (Ja, die Menschenmama. „Besitzerin" klingt einfach furchtbar.) Weil Mara selbst komplett ausgelastet war, wohnte Misho gerade bei einer Freundin von ihr.
Das Kennenlernen in Ludwigshafen
Also fuhren wir nach Ludwigshafen, wo der kleine Kerl mit Mara und ihrer Freundin in einer kleinen Stadtvilla auf uns wartete. Ich war wahnsinnig aufgeregt. Würde er mich überhaupt mögen? Meine größte Angst war ehrlich gesagt, dass er mit mir so gar nichts anfangen kann. Mit den beiden Damen stimmte die Chemie sofort, und er war so goldig und hilfsbedürftig.
Wir tranken erst Kaffee, dann ging es rüber aufs Sofa. Keine zwei Minuten später saß Misho bei Sebastian auf dem Schoß. Bei mir? Fehlanzeige. Was meine Sorge erstmal nicht gerade kleiner machte. Für mich stand trotzdem längst fest: Den nehmen wir mit. Nach sieben, acht Stunden, die wir dort verquatschten, waren wir uns alle einig. Misho zieht bei uns ein.
Die Heimfahrt mit klassischer Musik (und einem McDonald's Stopp)
Wir bekamen einen klassischen Katzenkorb mit, so einen zum Aufklappen von oben, und machten uns auf den Heimweg. Im Auto lief klassische Musik, weil wir mal aufgeschnappt hatten, dass die Katzen entspannt. Misho ist zwar taub, aber ganz minimal nimmt er Geräusche trotzdem wahr, ungefähr so, als würde er sie durch eine dicke Gelschicht hören.
Und tatsächlich haben wir mit der Zeit gemerkt, dass ihn klassische Musik beruhigt. Der kleine Mann sollte sich ja von der ersten Minute an wohlfühlen.
Sebastian fuhr, ich hatte Misho im Korb auf dem Schoß. Die ganze Fahrt über kein Mucks, totenstill. Er schaute mich nur an, ich streichelte ihn durch die offene Klappe, und spätestens da war es um mich geschehen. Ich dachte wirklich nur: Wie kann ein Tier so süß sein, und wieso habe ich jahrzehntelang etwas völlig anderes über Katzen geglaubt?
Spät abends machten wir auf dem Rückweg noch einen Stopp am McDonald's Drive in. Misho im Körbchen auf dem Schoß, klassische Musik im Hintergrund, Pommes in der Hand. Ein Bild für die Ewigkeit.
Zu Hause stellten wir den Korb offen mitten ins Wohnzimmer und setzten uns zum Essen. Misho war ruckzuck draußen und erkundete die Wohnung. Schüchtern, aber neugierig.
Warum Misho ein Wohnungskater ist
Misho ist taub. Hinter ihm liegt eine Krebs-OP am Gehörgang, bei der ihm das Gehör entnommen werden musste. Deshalb ist er manchmal etwas vorsichtiger und schneller erschrocken, und deshalb bleibt er auch eine reine Wohnungskatze. Draußen würde er weder Autos hören noch zuverlässig nach Hause finden, weil Katzen sich stark übers Gehör orientieren.
Aber zurück zu unserem ersten Abend: Kaum saßen wir, kam Misho zu mir auf den Schoß, und es begann eine Schmuseeinheit, die gefühlt nie enden sollte. Ein Traum. Genau der Kater, den ich mir gewünscht hatte.
Und das Beste? Aus meiner größten Sorge wurde das glatte Gegenteil. Heute bin ich seine absolute Bezugsperson. Ach, und meine Katzenhaarallergie? Wie weggeblasen. Kein Scherz.
Misho braucht einen Kumpel
Misho fühlte sich blitzschnell heimisch bei uns. Aber weil er ja nur zu Hause ist, dachten wir uns, ein Kumpel an seiner Seite wäre schön. Vor allem für die Zeiten, in denen wir nicht da sind und keiner zum Schmusen frei hat.
Also fragten wir beim Tierschutzverein nach, ob gerade ein neuer Freund oder eine Freundin für unseren Misho zu haben wäre. Sie schickte uns den Link zu einer kleinen schwarzen Katze namens Tutti. Wie Misho kam sie aus Bulgarien, war aber im Gegensatz zu ihm eine waschechte Straßenkatze aus Sofia.
Ich schrieb über WhatsApp mit ihrer Pflegestelle, um mehr zu erfahren, und bekam die süßesten Videos und Fotos. In einem davon springt Tutti der Pflegerin auf die Schultern und tippelt da oben herum. „She is a real masseuse and loves people", schrieb sie dazu. Da waren wir verkauft. Zwei Wochen später war Tutti bei uns.
Tutti kommt aus Bulgarien (und macht ordentlich Lärm)
Anders als bei Misho konnten wir Tutti vorher nicht kennenlernen, sie kam ja direkt aus Bulgarien. Abgeholt haben wir sie abends auf einem Parkplatz, gut anderthalb Stunden von Bad Kreuznach entfernt. Da standen schon einige Leute und warteten auf ihren neuen Vierbeiner, Hund wie Katze.
Dann rollten zwei große weiße Kastenwagen mit bulgarischem Kennzeichen an, und irgendwo da drin saß unsere Tutti. Einer nach dem anderen reichte sein Körbchen samt Unterlagen rein, ein Vereinsmitarbeiter holte das passende Tier raus. Eine ziemlich skurrile Szene, ehrlich. Dann hatten wir unser Körbchen wieder, und drin saß sie. Unsere schwarze Maus.
Und während Mishos Heimfahrt totenstill war, war Tuttis das genaue Gegenteil. Sie zeigte sofort, was sie draufhat, und maunzte quasi ohne Pause durch. Ihre Stimme klingt sowieso anders als bei den meisten Katzen, rau und tief, weshalb sie bei uns ziemlich schnell zu Tutti Turner wurde. Na, das kann ja was werden, dachten wir.
Das erste Aufeinandertreffen: Fauchen, Fellbüschel, Drama
Zu Hause ließen wir Tutti im Büro aus dem Körbchen. In den Türrahmen hatten wir zwei Babyschutzgitter übereinandergeklemmt, weil uns gesagt wurde, dass die beiden sich so besser aneinander gewöhnen. Also saß Tutti im Homeoffice, Misho im Flur davor.
Sie starrten sich an, fauchten, schimpften. Puh. Lief jetzt doch anders als gedacht. Lass die beiden mal machen, was soll schon passieren, dachten wir, schauten dem Schauspiel eine Weile zu und widmeten uns dann was anderem.
Bis es plötzlich noch lauter wurde. Tutti war einfach die guten 1,40 Meter über die Gitter gesprungen und stand Misho direkt gegenüber. Stundenlang ging das so: anstarren, fauchen, maunzen, und zwischendurch fetzten sie sich so richtig, dass die Fellbüschel flogen.
Wir waren ehrlich skeptisch, ob das die beste Idee war. Misho war zwar sichtlich angetan von Tutti, aber, ganz anders als gedacht, auch ziemlich dominant und kam ihr viel zu schnell zu nah. Was ihr als Lady natürlich rasch zu viel wurde.
Wie die beiden heute zusammen sind
Heute? Verstehen sich die zwei eigentlich richtig gut. Liebe auf den ersten oder zweiten Blick war es nicht, gemeinsam kuscheln tun sie bis heute nicht, aber über die Jahre haben sie gelernt, sich zu tolerieren und auf ihre eigene Art sogar ein bisschen zu mögen.
Ich glaube, im Grunde sind beide froh, dass der andere da ist, auch wenn es Tutti manchmal nicht ganz leicht mit ihm hat. Misho legt nämlich fast täglich seine Zoomies hin und düst wie irre durch die Wohnung. Tutti nimmt das gern als Spielaufforderung, rennt hinterher oder knallt ihm auch mal eine. Beruht inzwischen aber auf Gegenseitigkeit.
Wir bereuen die Sache mit Tutti also kein Stück. Sie ist eine fantastische Katze mit einem ganz eigenen, aber durch und durch liebevollen Charakter. Und sie ist die deutlich aktivere von beiden. Sie darf raus und ist mit Leib und Seele Freigängerin. Am liebsten sitzt sie bei den Nachbarn im Karton, beobachtet stundenlang von der Steinmauer aus die Passanten oder geht auf die Jagd.
Zu unserem Leidwesen hat sie uns schon die eine oder andere Maus und sogar mal ein Eichhörnchen nach Hause gebracht. Und im letzten Sommer hat sie auf dem Balkon doch tatsächlich einen entflogenen Wellensittich gefangen, den wir zum Glück unversehrt wieder freilassen konnten.
Ihre Liebe zeigt sie übrigens gern mal etwas schmerzhaft. Bei Sebastian übt sie regelmäßig den Liebesbiss, aber das macht sie ja nur aus reiner Verbundenheit, Dankbarkeit und Vertrauen.
Das war jetzt die Kurzfassung von Misho und Tutti, ehrlich gesagt könnte ich noch ewig über die beiden schreiben. Aber ich hoffe, man merkt: Aus der Frau, die Katzen mal arrogant und eigensinnig fand, ist der größte Katzenfan überhaupt geworden, und ich liebe die zwei mit ihren so unterschiedlichen Charakteren über alles.
Über die Jahre haben die beiden natürlich auch ihre Spitznamen abbekommen. Misho ist bei uns meistens einfach Mish oder Mishmann, und Tutti hört auf Tutt oder, ganz standesgemäß, Queen.
Unser Einohrkater Misho
Ganz ohne Schreckmoment kam Misho dann leider doch nicht davon. 2024 hatte er einen kleinen Rückfall, der Krebs meldete sich in einem Ohr zurück, und am Ende musste ihm das Ohr abgenommen werden. Für uns erstmal ein ordentlicher Schock.
Aber um ihn zu retten, war für uns sofort klar, dass wir das machen lassen. Im Hinterkopf nagte allerdings die Sorge, wie Tutt wohl auf den veränderten Misho reagieren würde.
Zum Glück ging alles gut. An sein neues Aussehen haben wir uns überraschend schnell gewöhnt, und für mich macht es ihn ehrlich gesagt nur noch besonderer. Von einer Seite sieht er jetzt aus wie die niedlichste Robbe der Welt, und ja, manchmal überkommt mich die pure Cute Aggression und ich knabbere sanft an seinem verbliebenen Ohr.
Und Tutti? Die hat ihn keine Sekunde anders behandelt als vorher. Heute ist er eben unser Einohrkater Misho, und wir hoffen einfach von Herzen, dass das jetzt auch so bleibt.
Kleine Rituale, die ich nicht mehr missen will
Mit der Zeit haben sich lauter kleine Rituale eingeschlichen, die ich nicht mehr hergeben möchte. Abends im Bett legt sich Misho immer an mein Kopfkissen und schnurrt mittlerweile so laut, dass es klingt, als würde neben dem Bett ein kleiner Traktor anspringen. Manchmal anstrengend, aber ehrlich? Ich kann fast nicht mehr ohne einschlafen.
Morgens das gleiche Spiel rückwärts: Kaum sind wir wach, springt Misho aufs Bett, Tutti kommt dazu, und beide sitzen erwartungsvoll da. Misho hatte nämlich mal einen epileptischen Anfall, dabei kam leichter Bluthochdruck raus, und seitdem gibt es jeden Morgen eine Tablette. Danach ein Leckerli, und das lässt sich Tutti natürlich auf keinen Fall entgehen.
Dass Katzen mal so einen riesigen Platz in meinem Leben und in meinem Herzen einnehmen würden, hätte ich früher niemals geglaubt.
Wie aus Katzenliebe eine Geschäftsidee wurde
Ein paar Jahre später kribbelte es: Ich wollte endlich ein eigenes Projekt, eins, das mich wirklich packt. Nach all den Männerthemen war das mehr als überfällig, und Sebastian war sofort dabei, mit mir was Passendes zu finden. Ziemlich schnell stand das Naheliegende fest. Es sollte um Katzen gehen.
Sebastian checkte den Markt. Futter, Möbel, Zubehör, einfach alles für die Katze. Total gesättigt, dazu lauter große Player, gegen die man ohne dickes Budget kaum anstinken kann. Also landeten wir bei den Katzenbesitzern. Wenn schon keine Produkte für die Katze selbst, dann eben für die Menschen, die Katzen genauso abgöttisch lieben und genauso bekloppt sind wie ich.
Wir sammelten Ideen, machten ewig lange Listen mit allem, was passen könnte. Und weil ich früher gern gezeichnet habe und mich ein bisschen mit Photoshop auskenne, war schnell klar: Die Designs mache ich einfach selbst.
Wie wir auf den Namen Katzenmuddi kamen
Klar war: etwas für Katzenmenschen, die ihre Stubentiger lieben, Zielgruppe Frauen. Sebastian und ich saßen auf der Couch und brainstormten. Irgendwas mit Katzen halt. Und dann sagte Sebastian fast nebenbei: Vielleicht so was wie eine typische Katzenmuddi. Ich wusste sofort: Das ist es. Katzenmuddi. Trifft es einfach perfekt.
Sebastian war noch nicht ganz überzeugt, also checkten wir erstmal die Domain. Die .de war schon weg, da bot eine Frau ihre Katzenbetreuung an. Aber dann, baam, Glück gehabt: Die .com war frei. Im Eiltempo bei Strato eingeloggt, katzenmuddi.com gesichert, und zack, die Geburtsstunde von Katzenmuddi.
Die ersten Produkte: Druck und Magnete
Beim Sortiment fiel die Wahl auf Druckprodukte und Magnete. Ich entwarf unzählige Designs, mit vielen war ich nicht zufrieden, die schafften es also nie in den Druck. Aus den auserwählten wurden dann unsere ersten Postkarten, Prints und Schreibblöcke.
Mir war superwichtig, dass die Produkte wirklich einzigartig sind und jedes Design von mir selbst stammt. Nichts, was man noch an jeder Ecke findet. Echte Sachen von Katzenmuddi für echte Katzenliebhaber eben.
Und jedes Design sollte süß, frech und mit einem Augenzwinkern sein, ohne dabei in Kitsch abzurutschen. Die meisten Katzenmotive da draußen waren mir nämlich viel zu altbacken und brav. Ich wollte mehr Pep und ein bisschen weniger Ernst. Katzen sind schließlich extrem lustige Tiere, und ich bin mir sicher, sie würden sich selbst auch nicht so ernst nehmen.
Ein Magnet, der den Namen auch verdient
Dann ging es an die Magnete. Und ganz ehrlich, fast alles, was wir auf dem Markt fanden, gefiel uns nicht. Entweder billig oder dieser typische Souvenirkram, den es in jeder Touristenstadt für ein paar Euro gibt. Massenware aus Plastik? Kam für uns nicht infrage.
Was mich zusätzlich genervt hat: Die meisten Magnete halten gerade mal sich selbst. Schieb einen Flyer drunter, und schon machen sie den Abgang. Unser Anspruch war ein Magnet, der den Namen auch verdient. Einer, der Bilder, Flyer und Visitenkarten zuverlässig festhält, ohne abzustürzen. Also landeten wir ziemlich schnell bei Neodym Magneten. Teurer, klar, aber wenn schon, denn schon.
Katzen lieben Kartons (und Misho ganz besonders)
Irgendwann stellte Sebastian die entscheidende Frage: Was ist eigentlich typisch für Katzen? Und nach ein paar Jahren als Katzeneltern war die Antwort sonnenklar. Kartons lieben sie. Bei jeder Onlinebestellung war Misho der Erste, der sich in den leeren Karton plumpsen ließ. Tutti macht das auch gern, aber Mishos Obsession für Kartons ist nochmal eine ganz andere Liga. Ich glaube, das ist gleich nach Schlafen, Fressen und Sonnenbaden auf dem Balkon sein liebstes Hobby. Und genau daraus wurde die Idee zum Katze im Karton Magnet.
Echte Handarbeit: vom Bausatz zur eigenen Resin Katze
Wir tüftelten, wie so ein Magnet aussehen könnte, und stießen irgendwann auf kleine Kartons für Puppenhäuser. Wir bestellten ein paar, falteten und klebten sie zusammen und suchten den passenden Magneten, womit wir, wegen unseres Anspruchs, schnell wieder bei Neodym waren. Dann fehlte nur noch das Herzstück: die Katze. Neben Schleich fanden wir einen No Name Anbieter mit fünf verschiedenen Farben. Uns war klar: So ein Endprodukt gibt es nicht von der Stange, das wird Arbeit. Echte Handarbeit.
Also kauften wir alles zusammen: Mini Kartons (damals noch mit dem Logo eines bekannten Versandlogistikers drauf), die Katzen, die starken Neodym Magnete, Füllmaterial, das mein Papa uns in seiner Druckerei zuschnitt, und allerlei Sekundenkleber und Kontaktkleber. Als alles ankam, ging es sofort los.
Und dann die erste Ernüchterung: Von den 1.000 bestellten Katzen war über ein Drittel unbrauchbar. So lieblos bemalt, dass die Augen teils komplett verrutscht waren und das Ganze einfach billig aussah. Fast 300 Stück konnten wir direkt aussortieren. Den Rest verbauten wir.
Man denkt ja, das kann nicht so schwer sein, ist schließlich keine Raketenwissenschaft. Aber bis wir den richtigen Kleber für Pappe und Kunststoff hatten und das Füllmaterial ordentlich saß, verging doch einige Zeit.
Weil die Qualität der gekauften Katzen einfach nicht besser wurde und es kaum gute Alternativen gab, war es Sebastian, der irgendwann sagte: Dann lass uns unsere eigenen Katzen machen. Wir recherchierten und landeten bei Resin, also Kunstharz. Das ist deutlich schwerer als das übliche PVC, aus dem solche Figuren sonst sind, und fühlt sich für uns einfach wertiger an, auch wenn es empfindlicher ist und schneller mal was abkriegt.
Am Ende fanden wir einen Hersteller, der unsere Katzen nach einer von uns erstellten 3D Form gießt und von Hand bemalt. Parallel suchten wir jemanden, der die kleinen Kartons exklusiv für uns druckt, nicht mehr mit fremdem Logo, sondern in unserem eigenen Design: Cat Express.
Das Ergebnis: Katze im Karton, wie es sie nur bei uns gibt
Und so halten wir heute ein wirklich einzigartiges Produkt in den Händen: den Katze im Karton Magnet. Bessere Optik, bessere Qualität, und ein Ergebnis, das es so nur bei uns gibt. Genau das ist der Katzenmuddi Anspruch: Produkte, die kreativ und hochwertig sind und immer ein Augenzwinkern mitbringen.
Wenn ich heute unsere allerersten Katzen von damals sehe, frage ich mich ehrlich, wie wir die mal schön finden konnten. Unsere neuen sind einfach um Welten hübscher. Ein bisschen stolz macht uns das schon. Aus dem Magneten sind übrigens direkt weitere Lieblinge entstanden, zum Beispiel der Katzen Autospiegel Anhänger und, für die Weihnachtszeit, der Christbaum Katzenanhänger mit Kiste.
Warum wir mit dem Einzelhandel angefangen haben
Weil wir eigentlich aus der reinen Online Marketing Welt kommen, wollten wir es diesmal bewusst anders machen und sind zuerst in den Einzelhandel gegangen. Wir suchten in den größten Städten Deutschlands nach passenden Läden, immer auf der Jagd nach Conceptstores, Geschenkläden und Souvenirläden. Mit einer Liste voller spannender Adressen ging es dann los. Klinkenputzen, im wahrsten Sinne. Jeden Laden haben wir persönlich besucht.
Die Resonanz war richtig gut, die Produkte kamen an. Klar gab es auch Absagen, aber die haben wir versucht, nicht persönlich zu nehmen. Wer offen ist und hinter Katzenmuddi steht, ist herzlich willkommen. Und wer von vornherein kein gutes Bauchgefühl hat, auch völlig okay. Wir arbeiten am liebsten mit Menschen und Läden zusammen, die Katzenmuddi wirklich repräsentieren.
Wo wir heute stehen (und was noch kommt)
Heute sind wir in rund 70 Einzelhandelsgeschäften in ganz Deutschland vertreten, von Conceptstores über Geschenkläden bis zu Souvenirläden. Dazu kommen ein paar Fachls. Für alle, die das nicht kennen: Das ist ein Mietregalsystem für regionale Kleinproduzenten, Startups und kleine Brands, die ihre Sachen gern vor Ort verkaufen.
Mit dieser Offline Arbeit haben wir unser Fundament gelegt. Der nächste Schritt ist, Katzenmuddi auch online und auf Social Media bekannter zu machen.
Weil es mit so kleinen Warenkorbwerten online ziemlich schwer ist zu wachsen, bauen wir gerade unser Sortiment aus und basteln an richtig schönen Produkten jenseits der 30 Euro Marke. Sei also gespannt, wohin sich Katzenmuddi in den nächsten Jahren entwickelt. Schon sehr bald bringen wir nämlich einige neue Lieblinge auf den Markt, die jedes Katzenherz höherschlagen lassen.
Und das alles, weil ein tauber Kater aus Bulgarien einer überzeugten Katzenskeptikerin gezeigt hat, wie schön das Leben mit Katzen wirklich ist.
